Doch genau aus diesem Grund kann und muss ein solcher Einschnitt als chancenreiche Möglichkeit für einen mutigen Neustart gesehen werden. Nicht, dass die Krise nicht schon genug „Mut für Veränderungen“ gefordert hätte – so sind innerhalb kürzester Zeit auch zahlreiche neue Vertriebs- und Geschäftsmodelle im Tourismus entstanden: von Homeoffice-Hotels, Lieferdiensten und take-away-Lösungen in der Gastronomie bis hin zu digitalen Reservierungs- und Buchungsmöglichkeiten von Ausflugszielen. Doch dieser Wandel der Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen der Gäste wird uns noch länger begleiten. Was braucht der Tourismus also, um zukunftsweisend aus der Krise heraus zu kommen?

Es ist nun wiederum Mut gefragt. Mut, um nicht wieder schnellstmöglich in alte, ausgetretene Pfade zurück zu fallen – sondern die entstandenen Veränderungen auch als chancenreiche Möglichkeiten zu erkennen. Es wäre schade, sich nach einem „Tourismus wie vor Corona“ zu sehnen – vielmehr gilt es, die veränderten Lebensumstände auch im Tourismus aufzugreifen und erfolgreich zu nutzen.

Folgende Gedanken und Aspekte können dabei helfen:

  • Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen sind Grundbedürfnisse des Menschen. Durch die Krise mögen diese Werte teilweise ins Wanken geraten sein – transparente Kommunikation, ehrliche Gastfreundschaft und soziale Kompetenz stellen die Grundpfeiler für einen zukünftig erfolgreichen Tourismus dar.

  • Durch die Krise wurden alte Sehnsüchte und Reisemotive neu geweckt: Themen wie Freiheit, Natur, Ungezwungenheit, Miteinander… sind für den Tourismus heute wichtiger denn je. In Kombination mit den Sicherheitsaspekten können Stammgäste, aber auch potenzielle Neukunden, mit Hilfe von Bildern und Texten angesprochen werden.

  • Das neu erstarkte Bedürfnis nach echten Reiseerfahrungen und emotionalen Erlebnissen im Urlaub – die uns in der Vergangenheit vielfach verwehrt blieben – sind die Basis für die touristische Produktentwicklung der Zukunft.

  • Auch die gestiegene Wertschätzung für Regionalität, also beispielsweise in Form von heimischen Lebensmitteln, Urlaub im eigenen Land, lokale Kultur und Brauchtum, Naherholung in der Region, etc. wird uns weiterhin begleiten und sollte in die Tourismusentwicklung einfließen.

  • Durch die krisenbedingte, reduzierte Verfügbarkeit haben so manche Produkte und Dienstleistungen nicht nur ein „Preisschild“, sondern einen „Wert“ bekommen. Es gilt nun, nicht (wieder) in verzweifelte Tiefpreisstrategien zu verfallen, sondern selbstbewusst „Mehr-Werte“ zu verkaufen.

  • Organisatorisch hat die Krise rasche Entscheidungen auf Basis tagesaktueller Entwicklungen gefordert. Eine solche agile und kurzfristig anpassungsfähige Struktur wird auch zukünftig ein entscheidender Vorteil im Tourismus sein.

  • Letztlich zeigt die Krise auch, wie bedeutsam starke, touristische Netzwerke sind und wie wichtig eine gute Zusammenarbeit ist. Vorrangige Gefährdungen werden in der Regel nicht vom Betrieb des Mitbewerbers ausgehen, sondern liegen in der Entwicklung des Virus mit all seinen Randerscheinungen – diesen kann durch gegenseitige Achtsamkeit, einer Stärkung des regionalen Zusammenhalts und gemeinsam gesetzten Maßnahmen entgegengewirkt werden.

Wenn es eine richtige Zeit für zukunftsweisende Veränderungen gibt, dann ist sie jetzt. Nutzen Sie diese Chance – denn wer immer nur das tut, was er gestern schon getan hat, der wird auch morgen das bleiben, was er schon ist.


- von Marcus Linford, MA MITHM

Bildquelle: conos gmbh

 

 

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