conos Winter-Trend-Exkursion 2024

Sind die Schweizer Ski-Destinationen auf der Überholspur?

Mögliche Antworten auf diese Frage suchten 35 Top-Touristiker: innen aus Österreich und Südtirol im Rahmen der Conos Winter-Trend Expedition 2024 ins Schweizer Graubünden.

Die Wettbewerbssituation im alpinen Wintertourismus ist weiterhin sehr dynamisch. Innovation in Angebot, Vermarktung und Gäste-Service, veränderte Preisstrategien, Herausforderungen in der Mitarbeiter: innen- und Dienstleistungs-Qualität, aber auch Ansprüche und Erwartungen zur Nachhaltigkeit von Entwicklungen führen zu spürbaren Veränderungen im Gäste- und Nutzer:innenverhalten. Vor allem preispolitische Anpassungen der österreichischen Bergbahn – und Wintersportdestinationen in den letzten Jahren haben bislang bestehende Wettbewerbsvorteile im Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber anderen Alpenländern verändert.

Wie sich die Wettbewerbssituation gegenüber den Kolleg: innen in der Schweiz aktuell darstellt, haben vom 16. bis 19. Jänner 35 Top-Touristiker: innen aus österreichischen und südtiroler Skigebieten und Winterdestinationen ergründet. Die Besuche der Destinationen Flims – Laax, Arosa – Lenzerheide sowie St. Moritz brachten dabei wertvolle Einblicke und Erkenntnisse.

Das tourismusfachliche Tour-Resümee von Organisator Arnold Oberacher (GF der conos GmbH) fast vor allem fünf Kernerkenntnisse zusammen:

    1. In der Wintersport- & Skigebiets– Infrastruktur (Anlagen, Beschneidung etc.) bieten auch die Schweizer Kolleg: innen ein absolutes Top-Niveau. Gleichzeitig beleben mutige und innovative Projekte wie das weltweit erste Rope-Taxi- Konzept des FlemExpress die Dynamik in diesem Bereich.

    2. Das Bewusstsein zur Frage über Wintersportmärkte von morgen scheint allgegenwärtig. So wies der Doyen der Branche – Reto Gurtner von der Weissen Arena Laax – in einem leidenschaftlichen Kamin-Gespräch insbesondere auf die internationalen Potenziale des Freestyle Segments (in Asien und Übersee) hin. Als attraktive Angebote für dieses Segment werden nicht nur im Skigebiet Top-Infrastruktur angeboten, sondern in diesem Jahr auch die weltweit erste Indoor-Kids Freestyle-Academy eröffnet und im nächsten Jahr wird eine weitere Anlage für ältere Kinder und junge Menschen folgen. Auch das traditionsreiche St. Moritz versucht, mit der Austragung der Freestyle WM 2025 neben dem internationalen Jet-Set künftig zusätzlich ein jüngeres Lifestyle-Segment anzusprechen.

    3. Mehr als nur Ski-Sport bieten – das ist unabdingbar, um insbesondere den Winter-Ferien-Markt erfolgreich weiter zu bedienen. „Nachdem die technische Leistungsfähigkeit vieler Skigebiete, die physische Leistungsfähigkeit der Wochen-Urlaubsgäste oft übersteigt, wird es wichtig innerhalb des Skigebietes für den ein oder anderen Urlaubstag attraktive Alternativen anzubieten“ resümiert Arnold Oberacher von der conos. Die Schweizer Kolleg: innen insbesondere in Arosa-Lenzerheide und St. Moritz investieren hier bereits intensiv in attraktive Winterwanderwege und Rodel- & Nordic- Angebote am Berg um Ski-Pausierer sowie -Begleiter: innen gleichermaßen möglichst auf die Berge zu motivieren.

    4. Nachhaltigkeit im ganzheitlichen und integrierten Sinne ist bei den besuchten Gebieten und Destinationen mittlerweile nicht nur organisatorisch verankert, sondern auch mit umfassenden Projekt- und Maßnahmen-Plänen hinterlegt. Auch wenn sich die Schwerpunkte von Gebiet zu Gebiet unterscheiden, eint sie die Vision, die natürlichen Ressourcen und die Freude und Leidenschaft der Menschen in den Regionen für den Wintersport an die nächsten Generationen weiterzugeben.

    5. Wertschöpfung durch wettbewerbsfähige Hotel-Angebote und attraktive Orts– und Dorfbild-Qualität werden immer bedeutender. Zugleich werden genau diese Themen aufgrund hoher Apartment- und Zweitwohnsitzanteile in vielen Schweizer Wintersport-Gemeinden zunehmend herausfordernd. Hier sind viele österreichische Winterdestinationen möglicherweise doch noch deutlich im Vorteil, sollten dieses Potenzial aber aktiv heben.

Das stetige Streben nach qualitativer, innovativer und nachhaltiger Weiterentwicklung der alpinen Wintersport-Destinationen schafft einen sportlich motivierenden Wettbewerb im Interesse von Kund: innen, Touristiker: innen und Bevölkerung in diesen Regionen, so das Fazit vieler Teilnehmenden. Marktbeobachtung mit wertschätzendem kollegialem Erfahrungsaustausch wie bei den conos Trend-Expeditionen sind enorm hilfreich, um die Professionalität und Qualität des eigenen Angebots zu verbessern und damit die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Winterurlaubs als Ganzes in Relationen zu alternativen Urlaubs-Formaten nachhaltig auszubauen.
Mag. Arnold Oberacher

Mag. Arnold Oberacher

Bildquelle: conos gmbh

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